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Beim Hofstaller

16. Juni
3 Min. Lesezeit

Davor: Pschorrschwaige

Heute: Familie Weiler, Eichenried, Münchner Straße 55

Früher: Eichenried, Haus Nr. 18, davor Zengermoos Nr. 4


Beim Hofstaller, heute Familie Weiler, Eichenried, Münchner Straße 55 - Aufnahme von 2005
Aufnahme von 2005

Erklärung:

Hofstaller (siehe 1930) und Pschorr (siehe ab 1857) sind personenbezogene Bezeichnungen.


Laut Staatsarchiv München, Umschreibkataster und Notizen des Geistlichen Rat Josef Forster wurde im Jahre 1857 erstmals ein großer Stadel wohl für die Lagerung von Torf auf Flur Nr. 1355 durch Georg Pschorr neu errichtet. Der von ihm zusätzlich erworbene Grund und Boden betrug zu der Zeit insgesamt 145 Tagwerk.


Anmerkung:

Georg Pschorr, Kommerzienrat und Brauereibesitzer in München war auf der Suche nach günstigem Brennmaterial für seine Sudkessel im Moosinninger Moos gelandet. Dort eiferte er dem schon kurz vor ihm um 1851 aktiven Nepomuk Zenger nach (siehe auch Hofgeschichte „beim Zenger“) und baute in großem Stil Torf ab.

Im Jahre 1874 gehörten zu dem Anwesen 160,28 Tagwerk. Die Grundstücke stammten u.a. von Kleinschuster, Pölzwastl, Wieserpauli, Deinschneider, Lukasweber, Dickl, Obersandl, Bader und Stingl in Moosinning, vom Glas in Eching, vom Oberbauer und vom Schwabbauer zu Werndlfing und vom Lukasmüller zu Altenerding.


1894 nach seinem Tod erhielten die Gebrüder August, Georg und Josef Pschorr durch Erbfolge das Anwesen mit jetzt 164,36 Tagwerk Grund. Im Jahre 1900 wurden das Wohnhaus und auch Stall, Stadel und diverse Lagerhallen neu erbaut, der alte Stadl aus 1857 wurde abgerissen.

1904 wurde der Kempfinger Loh, bislang im Eigentum der Kempfinger Bauern, erworben.

Im Jahre 1917 ging der Hof mit 77,80 Tagwerk durch Kauf für 830.000 Mark an Herta Koenig, mit allen Nebengütern insgesamt etwa 228,33 Tagwerk.


Anmerkung:

Herta Koenig wurde in Bieren, Gemeinde Rödinghausen (Nordrhein-Westfalen) auf Gut Böckel 1884 geboren. Sie war die Tochter des Gutsbesitzers Carl Koenig und wurde in späteren Jahren zu einer anerkannten Schriftstellerin und Lyrikerin. Im Jahre 1922 wurde von ihr das noch bestehende Gasthaus „Pschorr“, heute „Jagdschlössl“, gebaut. Nach dem Tode ihres Vaters übernahm sie das elterliche Gut in Böckel, wo sie auch 1967 starb.


Im Jahre 1930 wurde die Wirtschaft einschließlich dem Hauptanwesen Münchner Straße und dem Fichtenhof von Josef und Therese Hofstaller erworben.

Auszug: „Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster erwarben 1930 Josef Hofstaller und Ehefrau Therese, geborene Eisenreich aus Ismaning das 227,76 Tagwerk große Gut (mit den Nebengütern) um 230.000 Mark einschließlich Mobiliar“.

1932 kaufte die Pschorrbräu AG München Wirtschaft und zugehörige landwirtschaftliche Fläche zurück. Die restlichen 49,90 ha Grund wurden zum Anwesen Haus Nr. 18, jetzt Münchner Straße 55 (Hofstaller / Weiler), transferiert.


Beim Pschorr-Wirt, Aufnahme um 1925
Beim Pschorr-Wirt, Aufnahme um 1925

Anmerkung:

In seinem Buch „Dorfchronik Eichenried“ beschreibt Anton Hofer die Familie Hofstaller als großzügige Spender. So überließen sie der Kirchenstiftung zur Erweiterung des Friedhofes 1950 unentgeltlich rund 610qm Grund. Ebenso stifteten sie 1954 eine Glocke für die Pfarrkirche St. Joseph.


Gut „Pschorrschwaige“ um das Jahr 1930
Gut „Pschorrschwaige“ um das Jahr 1930

Luftbildaufnahme von 1959
Luftbildaufnahme von 1959

Im Jahre 1960 erfolgte die Übergabe des Hofes an den Schwiegersohn Philipp Weiler aus Abenheim bei Worms und seine Ehefrau Therese, geborene Hofstaller.

1963 brannte ein Stadel, der als Heu-Stroh- und Kartoffellager diente komplett ab, im oberen Bild unten rechts und wurde anschließend durch ein neu errichtetes Kartoffellager ersetzt.

Im Jahre 1988 wurde der Hof weitergegeben an den Sohn Josef Weiler und dessen Ehefrau Gerda, geborene Jurgeit (1951 bis 2018) aus Landshut und 2002 wurde die Landwirtschaft aufgegeben.

Im Jahre 2005 überlassen die Gutsbesitzer Josef und Gerda Weiler der Gemeinde Moosinning zur Erstellung eines Fußballplatzes eine Fläche von ca. 28.000 qm im Tausch gegen landwirtschaftliche Einzelgrundstücke im Tauschverhältnis 1:1,2.


Anmerkung:

Im Jahre 1988 wurde eine große Fläche mit rund 80 ha an den Golfclub München-Nord Eichenried verpachtet. Erster Spatenstich war im Frühjahr 1988, das Richtfest für das Clubhaus wurde im Herbst 1988 gefeiert und Platzeröffnung war im Juni 1989.

Das erstes PGA-Turnier “BMW International Open” auf Initiative des Clubgründers Horst W. Ernst fand noch im Hebst 1989 statt. Der Sieger war damals der David Feherty.




 
 
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