Beim Schuster z’Stammham
- vor 11 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Auch: Bergschuster
Heute: Familie Eschbaumer, Stammham 4
Früher: Stammham, Haus-Nr. 5, davor Haus-Nr. 19

Erklärung:
„Schuster“ ist berufsbezogen, „Berg-Schuster“ weist darauf hin, dass das Anwesen am Hang, „am Berg“ gelegen war.
Laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München waren als erster Besitzer der Sedlmaier Hans, 1673 verstorben mit seiner Ehefrau Sedlmaier Maria, 1684 verstorben eingetragen. Ihre Nachfolger waren dann, leider undatiert, der Georg Sedlmaier, 1651 geboren und die Ehefrau Eva, geborene Keller sowie der Georg Sedlmaier, vermutlich der Sohn von Georg und Eva, geboren 1691, verstorben 1750.
Erst eine Eheschließung 1720 mit der Klara Raßl (?) von Burgholz, verstorben 1740 mit 50 Jahren lässt sich genau datieren.
Anmerkung:
Leider lässt sich bei den Hofgeschichten „beim Burgholzer“ wie auch „beim Hölzl“ keinerlei Bezug zur oben genannten Klara herstellen.
Jedenfalls heiratete der Georg Sedlmaier im Jahre 1740 in zweiter Ehe die Regina, 1755 mit 63 Jahren verstorben. Nachfolgebesitzer wurde 1752 der Sedlmaier Heinrich, 1726 geboren, der im selben Jahr durch Eheschließung die Apollonia Huber, geboren 1718 zur Miteigentümerin machte. Leider verstarb der Heinrich im Jahr seiner Hochzeit und so heiratete der Balthasar Kirmaier noch im selben Jahr 1752 die Witwe Apollonia.
Nach deren Tod 1774 heiratete der Balthasar in zweiter Ehe die Maria Sedlmaier und 1784 in dritter Ehe eine Marie Meilinger.
Im Jahre 1815 fand die Eheschließung des Hofnachfolgers Josef Kirmaier (1786 bis 1857) mit Monika, geboren 1786 und verstorben 1848 statt. Ihr gemeinsamer Sohn Josef Kirmaier, Nachfolgebesitzer, 1821 geboren und 1895 verstorben, ehelichte die Anna Faltermaier (1820 bis 1850) und dann nach deren Tod 1850 in zweiter Ehe die Elisabeth Schaffler, 1827 geboren und 1905 verstorben.
Im Jahre 1877 wurde der Hof übergeben an Anton Kirmaier und Therese Sax und 1886 fand die Übernahme des Anwesens durch Anton Kirmaier und Ursula, geborene Eschbaumer, durch Muttergutsvertrag und Ehevertrag statt.
Anmerkung:
Zu der Zeit existierte auf dem Hofgrundstück noch das Anwesen des Xaver Bauer (1810 bis 1886), Schuhmacher „mit realem Gerechtsamen“ , also mit „einer Schusterlizenz“, der 1850 die Therese Wedeln(?) ehelichte. Dieses Anwesen mit 19,60 Tagwerk Grund und Boden wurde von Anton Kirmaier gekauft und das Häuschen abgebrochen. Begriffserklärung: „Gerechtsamen“ oder auch „Gerechtigkeit“ war vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ein weit verbreiteter Begriff für ein „Privileg“, „Nutzungsrecht“ oder „Vorrecht“. Der Xaver Bauer hatte somit eine Legitimation für die Ausübung des Schuhmacherhandwerks. Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster wurden 1926 neue Eigentümer die Ursula Kirmaier (Tochter) und der Eschbaumer Anton durch Übergabe und Ehevertrag.

Nach dem Tod von Ursula wurde der Anton Eschbaumer 1948 zum Alleineigentümer und übergab das Anwesen zwei Jahre später im Jahre 1950 an Sohn Anton Eschbaumer und Katharina, geborene Hahn, siehe auch „beim Deinheigl“, durch Übergabe- und Ehevertrag.
Anmerkung:
Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster erfolgte 1956 der Kauf der Rest Hofstelle des ehemaligen Schneider-Hofes, siehe auch „beim Schneider z’Stammham“. Im Jahre 1992 wurde der Hof übergeben an den gemeinsamen Sohn Franz Eschbaumer (Jahrgang 1960), verheiratet seit 1989 mit Gertraud (1964), geborene Humplmair aus Niederneuching.
Ab 1987 wurde der Stall abgerissen und eine weitere Wohneinheit geschaffen.
2002 wurden die Stallungen aufgelöst und die Landwirtschaft verpachtet.
2021 wurde das Anwesen dann an den Sohn Felix Eschbaumer (Jahrgang 1992) weitergegeben, der sich im Jahre 2026 mit Eva, geborene Wälischmiller aus Eichenried stammend, vermählte.




