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Beim Emmerl

Aktualisiert: 26. Sept. 2025

Davor: Hachschuster und Bader

Heute: Familie Höhenberger, Moosinning, Neuchinger Str. 44

Früher: Moosinning Haus Nr. 29, davor Haus Nr. 23


Beim Emmerl - heute Fam. Höhenberger - Aufnahme Frühjahr 2024
Aufnahme Frühjahr 2024

„Emmerl“ ist personenbezogen, siehe 1928, Humplmair Emmeram. „Hachschuster“: „Hach“ muss eine Verbindung zum nicht mehr existierenden Hachhaus, früher Moosinning Haus Nr. 116, gehabt haben, „...schuster“ war der Beruf, mit dem eine Gewerbegerechtigkeit auf dem

vertauschten Anwesen Haus Nr. 11 (Am Steinberg 1, siehe auch „beim Pauli“) verbunden war. „Bader“: bis mindestens 1854 war das Wohnhaus Sitz der Moosinninger Bader.


Laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München verstarb im Jahre 1699 der erste Eigentümer Franz Seidl, Bader, mit 44 Lebensjahren, zwei Jahre davor seine Ehefrau Anna mit 36 Jahren. Besitznachfolger wurden Johann Georg Pfaffl, Bader, und Anna Maria Pfaffl.

Ihnen folgte Simon Stingl, Bader, verstorben 1724 mit 46 Lebensjahren. Er schloss im Jahre 1703 die Ehe mit Maria. Weitere Nachfolger waren – leider nicht genau datierbar - ein Jell Benno, verstorben 1728 mit 30 Jahren, Eheschließung mit Magdalena. Benno Jell war Sohn des Jell Andreas und Maria und war Bader in Oberding.

Ebenfalls in diese Zeit fiel ein Resl Peter, Chirurg, verstorben 1742 mit 44 Lebensjahren, 1729 getraut mit Magdalena, Tochter des Benno Jell. Im Jahre 1742 heiratete die Witwe Magdalena den Widmann Johann, verstorben nur drei Jahre nach der Hochzeit und im Jahre

1746 verehelichte sich Freisinger Leonhard, ebenfalls von Beruf Bader mit Anna Resl.

Im Jahre 1804 übernahm der Chirurg Schillinger Anton das Anwesen.

Im Jahre 1820 verstarb der Anton Schillinger im 60 Lebensjahr. Er war Sohn von einem Schillinger, ebenfalls Chirurg aus Anzing. Seine Ehefrau Anna, Tochter des Leonhard Freisinger, Bader, verstarb 1808.

1836 wurden Josef, Anna, Maria und Ursula Schillinger Eigentümer des Anwesens. Ihnen folgte 1854 Franz Xaver Schillinger, ein lediger Bader und noch im selben Jahr wurde laut Staatsarchiv München, Umschreibkataster der praktische Arzt Dr. Anton Schillinger aus Rosenheim Besitznachfolger der Hofstelle mit 38 Tagwerk Grund.


Im Jahre 1866 kaufte den ganzen Besitz mit jetzt 46,21 Tagwerk Grund der Bartholomäus Winter (Witwer) und 1869 erwarben die Hofstelle mit 1,11 Tagwerk Pritzl Georg und Viktoria.

1874 wurde das 1/16 Badergütl mit jetzt 3,21 Tagwerk Grund laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster von Mathias und Apollonia Kaltner gegen das Anwesen Haus Nr. 87 und einer Tauschaufgabe von 666,40 Gulden eingetauscht.

Anmerkung: neue Haus Nr. 11, jetzt Am Steinberg 1, siehe auch Hofgeschichte „beim Pauli“.

Im Jahre 1881 fand die Übergabe an Sohn Josef Kaltner und Braut Elise Hamsig, Schafflertochter von Niederneuching statt und 1888 wurde Kaltner Josef Witwer und durch Erbfolge somit Alleineigentümer.


Emmerl-Anwesen (Humplmair), Moosinning, Neuchinger Str. 44, Abbruch 1973 - Zeichnung von Johann Humplmair
Emmerl-Anwesen (Humplmair), Moosinning, Neuchinger Str. 44, Abbruch 1973 - Zeichnung von Johann Humplmair

Bereits ein Jahr später sind die Eigentümer Kaltner Josef und Anna, geborene Huber, durch Heirat und Ehevertrag und 1921 erfolgte die Übergabe an Sohn Josef Kaltner, der noch im selben Jahr die Maria,geborene Perzl durch Eheschließung und Gütergemeinschaft zur Miteigentümerin machte.

Im Jahre 1928 wurde das Anwesen von Humplmair Emmeram (1900 bis 1972) gekauft.

Anmerkung: Emmeram war der Sohn von Emmeram und Magdalena Humplmair, geborene Mairhofer, „Beilipp“ von Moosinning, siehe auch Haus- und Hofgeschichte „beim Beilipp“

.

Im Jahre 1929 wurde Maria (1902 bis 1991) geborene Ostermaier aus Riexing (Hausname „beim Jager“) Miteigentümerin durch Ehe und Ehevertrag. Die „Jager-Mare“ fungierte über Jahrzehnte hinweg als Vorbeterin in der Kirche sowie „Totenwäscherin und Einsargerin“ in der Gemeinde Moosinning, aber auch in Finsing, Neuching, Oberding und Eicherloh aushilfsweise von 1951 und dann von 1953 bis 1985. Die „Mare“ war bevorzugt mit einem alten Damenfahrrad unterwegs um allen verstreut wohnenden und deshalb meist schlecht informierten Leuten die Sterbensnachrichten und Termine für Rosenkranz und Beerdigung mitzuteilen („ei‘gsogt“).

Anmerkung: Das Ehepaar Emmeram und Maria hatte mehrere Kinder:

Sohn Josef (1922 bis 1994) verheiratet mit Gertrud (1923 bis 2012), lebte in Nürnberg, Sohn Gerhard.

Sohn Emmeram (1924 bis 1945), gefallen in Frankreich.

Sohn Georg (1930-2018), verheiratet mit Anna Rutar (1935 bis 2024) wohnte in Hörlkofen, Tochter Gabriele.

Tochter Maria (1935 bis 1938).

Sohn Konrad (1933 bis 1962) wurde Hoferbe gemeinsam mit Ehefrau Rosmarie (1937 bis 2020), geborene Steidler aus Eicherloh. Die beiden haben zwei gemeinsame Töchter, die Ursula (1957 bis 2015) und die Anita. In den Jahren 1961/62 erfolgte der Neubau des Wohnhauses, wobei Konrad die Fertigstellung nicht mehr erleben durfte.

Sohn Otto (1940 bis 2014), verheiratet mit Barbara, geborene Buchmann. Die beiden haben zwei Töchter, Renate und Karin. Da „Ott“ war ein sehr erfolgreicher Fußballspieler und Trainer.

Sohn Johann (1927 bis 1981), verheiratet mit Elisabeth (1919 bis 2001) geborene Lenz, wurde nach seinem aktiven Berufsleben Hobbymaler und zeichnete mehrere Abbildungen von alten Moosinninger Häusern, die Stand 2025 in Kopie im Rahmen einer Dauerausstellung im Rathaus Moosinning hängen. Beide bewohnten zeitweise das Haus an der Dorfstraße 23 mit ihren vier Kindern:

Tochter Elfriede (1946 bis 2025) verheiratete Widl, Sohn Johann („da Zwink“), ebenfalls langjähriger und erfolgreicher Fußballspieler und Fußballtrainer, Sohn Georg (1949 bis 2022) lebte in Ismaning und Sohn Konrad (1955 bis 2025) war verheiratet mit Marianne und lebte

in Moosinning in der Fehlbachstraße.

Nachfolgebesitzerin wurde im Jahre 2003 Anita Höhenberger, geborene Humplmair, Tochter von Konrad und Rosmarie Humplmair. Aktuelle Eigentümerin ist seit dem Jahre 2020 die Tochter Miriam Höhenberger.


Beim Emmerl, Abbruch 1973
Beim Emmerl, Abbruch 1973





 
 

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