Beim Mühllenz
- Josef Romir
- 23. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Heute: Familie Eschbaumer Markus
Moosinning, St-Emmeram-Weg 15
Früher: Moosinning, Kirchenstraße 2 / Neuchinger Straße 35
Davor: Moosinning Hausnr. 22, davor Hausnr. 16

Erklärung:
Das 1/16-Gütl auf Plan Nr. 63a und 63b mit Wohnhaus, Stall und Stadel war bereits 1868 Brandstätte. Standort war zwischen Kirchenstraße 2 und Neuchinger Straße 35 im jetzigen Obstgarten der Familie Eschbaumer.Die untergegangene Hausnummer 16 wurde offensichtlich später an Familie Todfeiler wiedervergeben.
Der erste Eintrag fand sich laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München undatiert mit Hans Müller und Margret, geborene Sainer. Doch bereits 1647 ist als Eigentümer der Peter Müller, verstorben 1693 verzeichnet, der im selben Jahr die Maria Sittenberger, verstorben 1684, ehelichte. Unklar ist, ob der Peter Müller 1685 als 2. Ehefrau eine Meierin? Neumair? ehelichte.
Jedenfalls heiratete 1692 der Matthias Franz, 1693 verstorben die Apollonia Müller, Tochter von Peter, ebenfalls 1693 verstorben.
Im Jahre 1708 sind eingetragen der Thomas Müller, der die Regina Huber von Kempfing heiratete, die 1730 starb. Im selben Jahr ehelichte der Thomas in zweiter Ehe eine Maria Aulechner.
Im Jahre 1752 heirateten der Killi Josef, 1797 verstorben, Herder in Moosinning die Witwe Maria, geborene Aulechner, verstorben 1809.
Anmerkung:
Zu der Zeit war der Hofname „beim Killi“ beheimatet in der Andreas- Kaiser-Straße, heute Familie Kaiser (beim Gschloß), nicht zu verwechseln mit der heutige Familie Killi, Kirchstraße 1, „beim Daimer“.
Der zuvor gebräuchliche Hofname „beim Oberkandler“ oder „beim Killi“ hatte bis Anfang 1900 Bestand. Erst mit dem Erwerb des „Schloßbauern Anwesens“ durch Melchior Kaiser ging auch der Hofname „Gschloß“ über, der alte Hofname „Killi“ ging unter. Der Standort des Schloßbauern war zwischen Pfarrhof und Selmer, die Gebäude wurden 1910 abgerissen.
Laut Staatsarchiv München, Rustikalkataster übernahm Killi Benno, geboren 1763 und 1798 verstorben 1794 das Anwesen, der Name seiner Ehefrau ist leider nicht dokumentiert.
Im Jahr 1804 sind sehr bemerkenswert als Eigentümer eingetragen der Joh. Ev. Killi, 1865 verstorben, der die Apollonia Hintermaier, Pölz zu Moosinning, geboren 1781 und 1854 verstorben, ehelichte.
Anmerkung:
Unter dem Namen „Pölz“ ist das Gelände des ehemaligen Maierwirts, siehe auch „beim Pelz“, gemeint, das nach dem Namen des dortigen „Pölzschusters“ benannt wurde.
Ein Zweig der damaligen Familie Hintermaier, siehe auch „beim Hintermaier“, heute Familie Kaiser, Neuchinger Str. war wohl zu der Zeit auch beim „Pelzwirt“ beheimatet.
Im Jahre 1839 wurde Nachfolger der Johann Killi (1814 bis 1865) der die Anna Stegmaier heiratete, wobei sie zusätzlich vom Vater Benno 38 Tagwerk Grund übernahmen.
1865 wurde die Anna Killi Alleineigentümerin durch Erbfolge. Die Witwe vergantete allerdings nach dem Tod von Johann und so ersteigerten 1868 laut Staatsarchiv München, Umschreibkataster, das Anwesen Matthias Killi und Maria, geborene Schelle von der Witwe um 2.350 Gulden mit insgesamt 32 Tagwerk Grund und Boden.
Die Witwe Anna verehelichte sich später mit einem Josef Irlinger.
Im selben Jahr 1868 war das auf Plan Nr. 63a stehende Gebäude bereits Brandstätte und wurde nie mehr aufgebaut.
Anmerkung:
Matthias Killi (mit Nachnamen Killi – nicht mit dem Hofnamen) kaufte sich später 1873 auch in den Daimerhof ein.
Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster wurde 1873 „der Rest des halben Hofes von Matthias Killi vom Vorbesitzer Jakob Buchmaier um 1.600 Gulden erkauft.“
Der Grund und Boden ist heute im Besitz der Familie Eschbaumer, siehe auch „beim Zehmer“. Er wurde früher als Weide für Jungtiere genutzt, heute stehen darauf noch etliche Apfelbäume. Im südlichen Teil des Gartens am St-Emmeram-Weg hat der Sohn der Familie Eschbaumer sein Wohnhaus errichtet.



