Beim Mayerthaler
- 31. März
- 3 Min. Lesezeit
Davor: Deindlschneider
Heute: Familie Schöll, Moosinning, Neuchinger Str. 37
Früher: Moosinning, Haus Nr. 21, davor Haus Nr. 21

Erklärung:
Für den Hofnamen „Deindlschneider“ findet sich keine Erklärung, „beim Mayerthaler“ war die letzte gängige Bezeichnung des Anwesens.
Anmerkung:
In dem alten Hofgebäude wohnten die letzten Jahre seines Bestehens der bekannte Moosinninger Kunstmaler Georg Soller (1906 bis 1965), „da Malerschorsch“ mit seiner Frau Ursula (1922 bis 2004) mit ihrer großen Familie. Haus und Stall wurden 1962 abgebrochen. Die Hofstelle wurde von Georg Fruth (beim „Schneider-Fruth“) gekauft und ist seit dem Bestandteil des Anwesens Neuchinger Straße 37. Die Sollers siedelten Anfang der 1960er Jahre in das alte Feuerwehr- und Gendarmeriehaus in der jetzigen Neuchinger Straße 28 um, ebenfalls abgebrochen nach der Errichtung des aktuellen Feuerwehrhauses in 1983/84.

Nach dem Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München weist der erste Eintrag für dieses Grundstück im Jahre 1639 auf die Verehelichung von Zimmermann Rudolf mit Barbara Steinmair aus Riexing hin. Die Barbara starb 1698 mit 73 Jahren als Witwe.
Nächster Besitzer war im Jahre 1674 ein Melchior Zimmermann, auf der Rottsölden-Schneider, verstorben 1720 mit 70 Jahren der sich mit einer Elisabeth Schober verheiratete. Ihnen folgte 1698 der Sebastian Huber-Schneider (verstorben 1751 mit 84 Lebensjahren), verheiratet mit Anna Zimmermann (verstorben 1750 mit 80 Jahren).
Im Jahre 1747 verehelichte sich Huber Nikolaus (verstorben 1770 mit 61 Jahre) mit einer Maria und nur ein Jahr später nach deren Tod in zweiter Ehe mit Maria Zwecken und 1771 deren Nachkomme Huber Kaspar (verstorben 1793 mit 70 Jahren) mit einer (vermutlichen) Josefine.
1794 verehelichte sich der neue Besitzer Schlößl Jakob (verstorben 1797) mit einer Ursula und nach deren Tod im selben Jahr in zweiter Ehe mit Monika, geborener Huber.
1797 nach dem Tod von Jakob heiratete seine Witwe erst den Peter Präbst, verstorben 1809 mit 48 Jahren und noch im Todesjahr von Peter 1809 in dritter Ehe einen Mathias Mailinger, Häusler.
1844 erfolgte die Übergabe des Anwesens mit 35,86 Tagwerk von den Eltern Mathias und Monika Mailinger auf Josef Schwaiger und Maria, geb. Mailinger.
Im Jahre 1863 erfolgte der Übergang an die Tochter Maria Mailinger und im Miteigentum an Ehemann Josef Hirner durch Gütergemeinschaft.
Im Jahre 1872 gab es eine Zäsur. Die Grundstücke gingen im Tausch an Haus Nr. 33 (spätere Nr. 43 = Pointner). Im selben Jahr erwarb die Hofstelle mit 0,29 Tagwerk Grund ein Martin Prößl, wobei 17,44 Tagwerk von Haus Nr. 33 (s.o.) transferiert wurden.
Noch im Jahre 1872 wurde die Hofstelle von Neumaier Maria, Krankenwärterin aus Giesing, um 2.000 Gulden gekauft und die insgesamt 24,53 Tagwerk an Martin Rößle um 2.000 Gulden weitergegeben.
Im Jahr 1882 kauften das Anwesen Obermaier Johann und Maria, geb. Neumaier um 2.214 Mark. 1884 von Hahn Georg und Barbara von Pilmersried kommend um 5.000 Mark gekauft und 1889 von Schwaiger Joh. Baptist, Müllermeister, gegen Schnabelmoos Nr. 37 (später Haus Nr. 13, Deinheigl) getauscht bzw. gekauft.
1890 von Ebenbeck Therese um 4.000 Mark gekauft und im Jahre 1892 von Lachner Maria eingetauscht gegen Haus Nr. 29a in Bergham.
1894 wurde das Anwesen von Maier Mathias und Elisabeth um 3.400 Mark gekauft. Noch im selben Jahr erfolgte ein Rückkauf durch Lachner Maria.
1896 kaufte die Hofstelle die Krabichler Rosina um 5.000 Mark und zwei Jahre später 1898 wurde sie von Schwaiger Johann Baptist um 3.000 Mark ersteigert.
1903 von Krabichler Sebastian und Maria um 4.550 Mark gekauft und zwei Jahre später 1905 an die Tochter Therese Krabichler übergeben, die 1909 den Badmann Josef heiratete und das Anwesen somit auf die Eheleute durch Eheschließung und Gütergemeinschaft überging.
Im Jahre 1917 wurde die Hofstelle von Mayerthaler Jakob um 11.500 Mark (davon 2.500 Mark Immobilien) gekauft und im selben Jahr heiratete der Jakob eine Elisabeth (Gütergemeinschaft).
Im Jahre 1962 erfolgte der Abbruch. Der verbliebene Grund und Boden der Hofstelle wurde von der Familie Georg Fruth erworben. Siehe auch Hofgeschichte „Schneider-Fruth“.




