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Das Kaisergütl

Davor: Kaiserhofrest, davor Wirtszubaugütl

Heute: Gebiet des Baugebietes Sebastianstraße

Früher: Moosinning, Haus Nr. 79 - davor Schweinham, Haus Nr. 31


Erklärung:

Die Hofstelle wurde zwischen 1903 und 1918 abgebrochen und die Grundstücke zum Schweinhammer-Anwesen geschlagen. Das Hofgrundstück (heute Sebastianstraße) blieb bei Stanglmair bzw. Nachfolger Billesberger.

Laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München waren die ersten Besitzer ein Johann Kaiser, 1616 geboren und 1645 verstorben der mit einer Barbara, 1641 verstorben, verheiratet war. Im Buch ist vermerkt, dass er in München unterwegs war und in einem Anger am 04.11.1645 tot aufgefunden wurde. Weiters ist vermerkt, dass 1641 der Hans Kaiser die Ursula Rotmanerin heiratete.


Aus dem Jahre 1646 stammen folgende Einträge:

Melchior Kaiser heiratete Barbara Unterzehetmaierin von Schweinham und wurde 1673 Methschuster, sowie ein Veit Kaiser, Lehner von Inning (also Moosinning), der eine Apollonia heiratete.

Anmerkung: In jener Zeit wurde an die Hof- oder Schreibnamen insbesondere der Frauen gerne ein „in“ angehängt. So wurde schnell aus der Frau Meier eine Frau „Meierin“. Ebenso ist beim Ortsnamen Inning fast immer das spätere Moosinning gemeint.


1679 werden der Johann Herder (Familienname oder Beruf?) von Kempfing und die Agnes Kaiserin getraut, im selben Jahr ehelichte der Matthäus Kaiser, Besitzer des Anwesens, eine Elisabeth und später – leider nicht datiert – der Besitznachfolger Korbinian Kaiser, geboren 1670, heiratete Eva Stegmaier.

Im Jahre 1716 steht folgender Eintrag zu lesen: Philipp Kaiser, 1684 geboren und 1741 verstorben, ehelichte Barbara Meth (Heigl), 1721 verstorben und heiratete 1722 in zweite Ehe die Maria Kressierer, Schwabbauerstochter von Werndlfing.

Nachfolgebesitzer wurde der Kaiser Andreas, geboren 1723, Hintermaier in Moosinning und im Jahre 1764 heiratete der Johann Kirchner die Besitznachfolgerin Anna Kaiser (Tochter von Philipp Kaiser), 1734 geboren.


Turbulent ging es ab 1750 zu:

Erst ging der Hof auf Gant (also in Konkurs oder in die Pleite) und dann – leider ebenso wenig datiert – kaufte oder ersteigerte ihn ein Martin Thaimer mit 102 Tagwerk Grund.

Anmerkung: In der Hofgeschichte vom „Daimer“ (Familie Killi, Kirchstraße 2) ist als einer der ersten Besitzer ein Martin Thaimer vermerkt, der 1606 verstorben ist. Ob es sich hier um einen Nachfahren handelt, könnte eventuell zutreffen, lässt sich aber nicht belegen.


Laut Staatsarchiv München, Rustikalkataster sind im Jahre 1836 ein Stephan Braun und 1844 der Glas Sebastian und Therese als Eigentümer eingetragen.

Im Jahre 1844, nach dem Tod von Therese wurde der Sebastian zum Alleieigentümer.

Anmerkung: Das Anwesen stammte von seiner ersten Frau Theresia, verwitwete Braun, wie auch das Wirts- und Eberhard-Anwesen Haus Nr. 26 und 75. Haus Nr. 26 war damals der Mitterwirt, früher Gemeindekanzlei, heute St. Emmeram Weg 9. Das Anwesen „Eberhardschwaig“ gehörte zur Pfarrei Neuching und lag südlich des Urtelweges zwischen Eschbaumer und Urtel auf Plan Nr. 1017. Die Hofstelle existiert mindestens seit 1875 nicht mehr.

Im Jahre 1849 ist die Gütergemeinschaft mit seiner zweiten Frau Therese, geb. Mair eingetragen.

1866 wurde der Hof mit dem Wirtsanwesen Haus Nr. 26 und der Eberhardschwaig Haus Nr. 75 in Moosinning um 20.534 Gulden von Friedrich Fischer, Xaver Stahl und Dominikus Kögerl ersteigert (90,53 Tagwerk).

Viele Wirrungen brachte das Jahr 1869. Erst erwarben Stahl und Kögerl vom Posthalter Fischer dessen Anteil, dann wurde es von Seidl Johann und Fischer Walburga gegen ein Anwesen in München eingetauscht und das Miteigentum von Seidl Johann erwarb Walburga Fischer und noch im selben Jahr wurde es bis auf einen Rest von 14,20 Tagwerk verkauft, jedoch 28,40 Tagwerk vom Wirtsanwesen Haus Nr. 26 hierher transferiert, insgesamt hatte der Hof damit noch 42,60 Tagwerk Grund und Boden bevor er schließlich von Andreas Stanglmaier (heute Billesberger) und Josefa um 10.000 Gulden erworben wurde.

1895 waren Andres und Josefa Stanglmaier noch Besitzer des Kaisergütls Haus Nr. 79 bevor es vor 1918 zum Schweinhammerzugeschlagen wurde.

Anmerkung: Nach dem Familienbuch wohnten in dem Kaiserhof Taglöhner, auch Taglöhner „für den Wirth“. Nach den Hauslisten gehörte 1813 und 1815 der ½ Zubauhof dem Martin Thaimer, Wirt von Moosinning. Gemeint ist hier der damalige Mitterwirt, Haus Nr. 26, späterGemeindekanzlei, heute St-Emmeram-Weg 9, siehe auch Haus- und Hofgeschichten „beim Mitterwirt“.

Aber nach der Hausliste von 1895 war damals Andreas Stanglmaier bereits Besitzer des Kaisergütls mit der neuen Haus Nr. 79. Um 1903 und wurden die Wiesen und Äcker zum Schweinhammer- Hof geschlagen, das Hofgrundstück (heute Baugebiet Sebastianstraße) blieb zuerst bei Stanglmaier und wurde dann ebenfalls 1903 von Josef und Anna Billesberger gekauft.



 
 

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