top of page

Das Rathaus

  • vor 1 Stunde
  • 2 Min. Lesezeit

der Gemeinde Moosinning


Früher: im Hennenschneidergütl, Moosinning, Haus Nr. 8, auch als "Armenhaus" bekannt

Dann: in der Gemeindekanzlei, Moosinning, Haus Nr. 34 ½



Erklärung:

Vor 1924 war die Verwaltung im Schulhaus oder in der Wohnung des jeweiligen Gemeindeschreibers untergebracht.

Von 1924 bis 1935 diente ein Raum im Armenhaus, dem ehemaligen Hennenschneider-Gütl, als Gemeindekanzlei. Dieses Grundstück erwarb die Gemeinde zum Preis von 4.628 Mark von Martin Schungl. Es verfiel 1935 wegen Baufälligkeit dem Abbruch.

Das ab 1935 unbebaute Grundstück an der Kirchenstraße war bis zum Bau des Lehrerwohnhauses im Jahre 1966 und des jetzigen Kirchenparkplatzes der allgemeine Schulsport- und Pausenplatz, siehe auch „das Armenhaus“.


Das Armenhaus mit Gemeindekanzlei (Ansicht zwischen 1923 und 1935). Unmaßstäbliche Zeichnung aus der Erinnerung von Martin Schollwöck (Jahrgang 1922), erstellt 1999.
Das Armenhaus mit Gemeindekanzlei (Ansicht zwischen 1923 und 1935). Unmaßstäbliche Zeichnung aus der Erinnerung von Martin Schollwöck (Jahrgang 1922), erstellt 1999.

Mit dem Erwerb des auf Flur Nr. 62 1/3 gestandenen Anwesens mit der Hausnummer 34 ½, heute St-Emmeram-Weg 9 im Jahre 1935 zum Preis von 6.500 Reichsmark bezog die Verwaltung in der ehemaligen Schreinerwerkstatt einen großen Raum im Erdgeschoß, siehe auch „beim Mitterwirt“.

In den Jahren 1955 bis 1961 wurde die Gemeindeverwaltung einschließlich der bis dahin von Georg Mayer ehrenamtlich in seiner Privatwohnung verwalteten Gemeindekasse in das Obergeschoß umgezogen. Dort fanden auch bis zum Umzug der Verwaltung die Gemeinderatssitzungen statt.


Gemeindekanzlei von 1935 bis 1972/73, Abbruch 1998
Gemeindekanzlei von 1935 bis 1972/73, Abbruch 1998

Das Gebäude verkaufte die Gemeinde Moosinning 1983 an die Eheleute Balzer, 1999 entstand auf dem Grundstück ein privater Neubau.

Nach Bayerl (Sachbeiträge zur Geschichte der Gemeinde Moosinning):

„Ende der 60iger Jahre zeichnete sich bereits die Gebiets- und Funktionsreform ab. Dies und die völlig unzureichende Unterbringung der nunmehr bereits aus fünf Kräften bestehenden Verwaltung veranlasste den Gemeinderat, den Bau eines Rathauses zu betreiben, auch um in Hinblick auf die bevorstehende Gebietsreform Fakten zu schaffen.

Es stand nämlich eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Neuching, Finsing und Moosinning zur Diskussion, die zwangsläufig einen Verwaltungssitz in der Mitte, also in Neuching, nach sich gezogen hätte.“

Zuerst hatte man die gemeindeeigene Fläche in der Sonnenstraße im Blick, die nach dem Vorabverkauf von zwei Parzellen an Dr. Joseph Kubo und Georg Wandiger allerdings für die Errichtung eines adäquaten Rathauses als zu klein erschien. Schließlich bot sich der Neubau eines Rathauses gemeinsam mit der Sparkasse an der Erdinger Straße auf dem von der Kreis- und Stadtsparkasse Erding von den Eheleuten Kaspar und Katharina Mayr, siehe auch „beim Scherzl-Kaspar“, erworbenen Grundstück an. Die Vorbesitzerin war die Therese Morasch, siehe auch „beim Morasch“.

Die Gemeinde kaufte von der Sparkasse im Jahre 1970 ca. 850 qm und 1972 knapp 520qm Grund und Boden von Therese Morasch und errichtete darauf nach den Plänen vom Erdinger Architekten Kressierer das neue Rathausgebäude mit angrenzendem Parkplatz.

Frei nach Bayerl:

Der Baustil war kurzlebig, der ländliche Charakter in keinster Weise zu erkennen und so wurde das Rathaus auch Gegenstand einer kritischen Berichterstattung des Bayrischen Rundfunks zum Thema: „Unser Dorf soll hässlich werden“.

In den Jahren ab 2015 wurde durch die immerwährende Zunahme von Verwaltungsaufgaben aber auch hier der Platz sehr eng und so war es ein wahrer Glücksfall, dass die Sparkasse ihre Filiale im selben Gebäude Ende 2020 schloss und der Gemeinde Moosinning den Gebäudeteil zum Kauf anbot. Nach dem Erwerb wurde bis 2023 eine Grundsanierung durchgeführt. Die Räumlichkeiten sind seit 2024 vollumfänglich nutzbar.



 
 
bottom of page