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Beim Schweinhammer

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Heute: Familie Gaßner, Moosinning, Erdinger Str. 42

Früher: Moosinning, Haus Nr. 146, davor Haus Nr. 78

Davor: Schweinham 32


„Beim Schweinhammer“, Familie Gaßner vor der Errichtung des Hof-Cafes
„Beim Schweinhammer“, Familie Gaßner vor der Errichtung des Hof-Cafes

Der Hofname lässt eifrige Schweinezucht vermuten (laut Gammel, Gemeindechronik S. 50). Der Personenname „Schweinhammer“ (siehe auch Jahr 1634) könnte auch auf den Hof übergegangen sein.

Im Übrigen wurde in alten Schriften Schweinham als eigener Ortsteil verstanden: „Auf dem nämlichen Höhenzug wie das obere Dorf steht in einiger Entfernung Schweinham, das jetzt zum Dorfe gerechnet wird. Die beiden Höfe in Schweinham (Anmerkung: Schweinhammer und Kaiserhof) gehörten nicht zu Sankt Emmeram, sondern zum Hoflastenamt in Landshut.

Der erste bekannte Eigentümer 1634 war laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München der Christoph Schweinhammer, Witwer, der im selben Jahr die Anna Maier aus Wifling ehelichte. Weiters sind – allerdings ohne Jahreszahl - eingetragen: ein Balthasar Schweinhammer der die Apollonia Rath heiratete, die wiederum 1700 im Alter von 63 Jahren verstorben war. Weiters ein Jakob Schweinhammer, 1654 mit 42 Jahren verstorben, der eine Barbara ehelichte sowie 1677 der Jakob Schweinhammer, Sohn des Kaspar Schweinhammer, der im selben Jahr eine Appolonia heiratete und mit ihr 11 Kinder hatte.

Erste genauere Jahresangaben finden sich wieder im Jahre 1697 über einen Sebastian Zollner, Schweinhammerbauer, (1668 bis 1718), der sich im selben Jahr verheiratete mit Ursula, geborene Peringer aus Kempfing (1698 mit 32 Jahren verstorben), siehe auch „beim Bernger z’Kempfing“ und in zweiter Ehe im Jahre 1700 die Maria, geborene Metz aus Oberneuching ehelichte, welche 1749 im Alter von 78 Jahren

verstarb.

1721 schloss Georg Zollner (1698 bis 1743), der gemeinsame Sohn aus der Ehe von Sebastian und Ursula die Ehe mit Maria Maier, Sedlmaiertochter aus Moosinning, 1726 mit 23 Jahren verstorben. Seine zweite Ehefrau Anna aus Aufkirchen kommend ist 1737 im Kindsbett verstorben.

Im Jahre 1745 heiratete der Aulechner Johann, Zehetmaier von Niederding 1723 geboren und 1768 mit 45 Jahren verstorben, die Maria Zollner (1723 bis 1771), die Tochter von Georg und Maria. Die beiden hatten 13 Kinder, wovon ihr beider Sohn Jakob Aulechner (1753-1806) der neue Eigentümer wurde und durch Heirat 1779 die Maria Oberkandler, Killi von Moosinning, damals beheimatet im heutigen Gschloß-Anwesen - heute Familie Kaiser, Andreas-Kaiser- Straße, siehe auch „beim Gschloß“ - zur Miteigentümerin machte. In zweiter Ehe war er dann ab 1783 mit der Anna Selmaier von Reisen verheiratet, die 7 Kinder gebar und ebenfalls früh mit 43 Lebensjahren starb.

Der Sohn aus der Ehe mit Maria, Jakob Aulechner, 1780 geboren, heiratete im Jahre 1808 die Elisabeth Adlberger, Daimerbauerstochter aus Niederding und deren beider Sohn Jakob Aulechner, geboren 1814, ehelichte 1836 eine Maria Irl aus Pliening, 1808 geboren.


Laut Staatsarchiv München, Rustikalkataster sowie Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München erwarben Martin Gaßner (1800 bis 1853) und seine Ehefrau Barbara, geborene Heilmaier noch im selben Jahr 1836 das Anwesen.

Martin Gaßner war vorher Hach in Moosinning gewesen, siehe auch „beim Hach“.

Durch Transferierung von 34,11 Tagwerk wuchs das Anwesen zu insgesamt 274 Tagwerk an.

Auszug aus dem Familienbuch:

„Das bürgerliche Geschlecht der Familie Gaßner stammt aus der Oberpfalz. Peter Gaßner, Bürger in Regensburg, erhielt einen kaiserlichen Wappenbrief und Siegelrecht unter der Regierung Kaiser Friedrichs III anno Domin 1471 … Dieses gute alte Bürgergeschlecht ist seit Jahrhunderten in ganz Ober- und Niederbayern verzweigt und sesshaft…“


Familienwappen der Gaßners
Familienwappen der Gaßners

1857 übergab die Witwe Barbara Gaßner ihrem Sohn Martin, geboren 1834 und seiner Ehefrau Maria, geborene Luber (Neumaier) aus Kempfing das Anwesen mit einem Rest von 60,69 Tagwerk. Aus deren Ehe gingen 16 Kinder hervor.

1869 war Martin Gaßner Beigeordneter des Bürgermeisters und von 1875 bis 1881 Bürgermeister.

Im Jahre 1898 übernahmen Jakob (1869 bis 1943) und Maria Gaßner (1870 bis 1932), letztere geborene Bauer aus Oberding, das Anwesen.

Anmerkung:

Jakob Gaßner wurde im März 1923 verwundet durch einen Schuss in den linken Fuß anlässlich eines „Hochzeitschiessens“ – auf dem Dach seines Hauses stehend.


1932 erfolgte die Übernahme der Hofstelle durch Gaßner Franz Xaver und im gleichen Jahr wurde Maria, geborene Eibel – siehe auch „beim Eibel“ - Miteigentümerin durch Ehe und Ehevertrag.

Ab 1963 wurde das alte Bauernhaus durch einen Neubau ersetzt und etliche Jahre danach auch Rinderstall und Stadl nebst kleinem Kartoffellager neu erbaut.


Foto aus dem Jahre 1955, altes Wohnhaus abgebrochen und erneuert 1963
Foto aus dem Jahre 1955, altes Wohnhaus abgebrochen und erneuert 1963

1968 wurde das Anwesen durch Gaßner Franz Xaver und Ehefrau Theresia (beide Jahrgang 1935), geborene Riepl aus Teufstetten vom Binderhof kommend übernommen und im kleinen Stil bereits Kartoffeln und Gemüse ab Hof vermarktet und verkauft. Der erste „Hofladen“ wurde von Franz Xaver sen. somit bereits vor über 45 Jahren eröffnet.


Beim Gaßner um das Jahr 1990
Beim Gaßner um das Jahr 1990

Der Hof wurde dann 1995 an Franz Xaver Gaßner (geboren 1964), verheiratet mit Christine, geborene Kratzer aus Eitting übergeben.

Im Jahr 2000 entschied man sich, die Milchviehhaltung zu beenden und sich auf die Verarbeitung von Kartoffeln zu konzentrieren. Letztlich platzte die alte Kartoffelscheune aus allen Nähten, weshalb 2021 eine neue Maschinenhalle mit Kartoffellager und neuem Hofladen inklusive Café in Betrieb genommen wurde.

Im Jahre 2023 wurde das Anwesen übergeben an Sohn Franz Gaßner (Jahrgang 1996), verheiratet seit 2022 mit Bettina, geborene Humplmair aus Eching, siehe auch „beim Winklmeier“. Der Hofnachfolger steht mit Vincent Johann Gaßner (Jahrgang 2024) auch

bereits „in den Startlöchern“.



 
 
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