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Beim Schöfmann

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Davor: Schmiedschneider-Gütl

Auch: Schweindl oder Karrermichl

Heute: Eching 29

Davor: Haus Nr. 21


Eching Haus Nr. 29, „beim Schöfmann“ (Google, 2026)
Eching Haus Nr. 29, „beim Schöfmann“ (Google, 2026)

Erklärung:

„Schweindl“ ist personenbezogen.

„Karrermichl“ ist sowohl personen- als auch berufsbezogen da der Bauer Michael Karrer, also ein Viktualienhändler war. „Schöfmann“ seit 1919, namensbezogen.


Laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München war der erste eingetragene Besitzer 1618 Matthias Schweindl der sich im selben Jahr verehelichte mit einer Anna. Weitere Einträge im Familienbuch, leider undatiert:

Der Peter Schweindl, 1657 verstorben, war mit Anna Schweindl verehelicht, der Johann Schweindl, 1636 geboren und mit Maria (1638 bis 1661) verheiratet, war Nachfolgebesitzer des Anwesens.

Weiters sind eingetragen der Hans Schweindl, Weber und Sohn von Peter Schweindl, verehelichte sich mit Ursula Schweinhuber, die 1662 geboren war. Er war Söldner und Weber, zugleich Nachfolgebesitzer und starb 1736. Im Jahre 1693 verehelichte er sich mit Ursula Gruber von Notzing.

Jahre später 1701 verehelichte sich Melchior Schweindl, wohl der Sohn und Nachfolgebesitzer mit Apollonia Naßl (?) von Oberding.

1726 verheiratete sich Laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München der Michael Schweindl, Weber und ab 1732 Hochstätter in Moosinning, mit Anna Weiler, Tochter des dortigen Webers.

Anmerkung:

Mit der Einheirat in den Hof der Hochstätter-Weber wurde auch für ein halbes Jahrhundert der dortige Hofname „beim Schweindl“ genannt. Erst 1775 mit der Einheirat des Laurentius Bärtl aus Wörth endete die Schweindl-Ära in Moosinning, siehe auch „beim Hochstoder“.


Im Jahre 1733 starb Katharina Schweindl, Weberin, mit 33 Jahren im Kindsbett und so heiratete der Andreas Schweindl, Witwer von Katharina in zweiter Ehe eine Klara, Jahrgang 1701, geborene Hörl.

1742 verehelichte sich Kaspar Jakob, Weber von Langengeisling, Witwer, mit Klara, der Witwe des Andreas Schweindl, die 1746 mit 40Jahren verstarb. Ebenfalls 1746 heiratete dann der Witwer Andreas eine Barbara Meth, Streicherstochter von Moosinning, siehe auch „beim Streicher“.

Im Jahre 1770 wurde die Katharina (1749 bis 1771), wohl die Tochter, Nachfolgebesitzerin des Anwesens. Sie verehelichte sich mit dem Korbinian Humplmair, der 1771 verstarb.

Im gleichen Jahr hatte der sich wiederum mit Susanne Ponholzer verehelicht.

Im Jahre 1808 wurde neuer Eigentümer der Clemens Humplmair (1782 bis 1842), Häusler und Weber. Er heiratete im selben Jahr die Eva, geborene Nunberger, Untersandl in Moosinning, 1780 geboren und 1828 verstorben, siehe auch „beim Sandl“.

Nach dem Tod der Eva vermählte sich der Clemens in zweiter Ehe 1828 mit Anna Kaiser, 1800 geboren. Die Witwe heiratete 1843 nach dem Tod von Clemens den Korbinian Heigl, 1802 geboren.

1858 heiratete Korbinian Scherzl, 1826 geboren, die Maria Humplmair, geborene Heigl. Die Ehefrau bekam das Anwesen von ihren Eltern Korbinian und Anna Heigl.

Anmerkung:

Korbinian Scherzl war zuerst Schweindl in Eching und tauschte dann mit dem Nachfolger von Humplmair in Schnabelmoos, siehe auch „beim Deinheigl“.

Laut Staatsarchiv München, Umschreibkataster erfolgte 1864 der Kauf des dortigen Anwesens durch Korbinian und Anna Heigl, 12,15 Tagwerk für 2.750 florint und ebenfalls 1864 der Kauf durch Josef und Ursula Humplmair für den gleichen Betrag.


Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster, wurde das Schweindl-Anwesen 1868 von der Pfarrkirche St. Johann, Erding, für 650 florint ersteigert und im selben Jahr von Anton Fink um 1.200 florint erkauft.

Anmerkung:

Fink kaufte von der Pfarrkirche St. Johann nicht nur das 1/16 Schweindlgütl (Plan Nr. 2338), sondern im gleichen Jahr auch das auf Plan Nr. 2340 stehende ehemalige „Hüterhäusl“ mit Wohnhaus, Stall, Stadel und Brunnen, insgesamt 45,40 Tagwerk.1882 wurden gemeinsame Eigentümer Anton und Therese Fink, geborene Schäffler, durch Ehe- und Erbschaftsvertrag. 1894 von Raucheneder Alois gegen das Anwesen Papferding Nr. 19 eingetauscht und im selben Jahr von Kressierer Sebastian und Theres gegen das Anwesen Erding Nr. 120 ertauscht.


1896 wurde neuer Eigentümer der Stanglmaier Andreas durch Tausch, siehe auch „beim Billesberger“.

1898 erfolgte der Eigentumsübergang auf die Stieftochter Magdalena Schretzenstaller mit 14,44 ha durch Erbfolge. Der Rest des zertrümmerten Anwesens mit 0,204 ha wurde 1904 von Bauer Michael (Karrer, siehe oben) und Barbara gekauft.


Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster erfolgte 1919 die Übergabe an die Tochter Katharina Schöfmann (1897 bis 1951), geborene Bauer, und deren Ehemann Franz Xaver Schöfmann, gefallen 1944 im 49. Lebensjahr.

1944 wurde die Schöfmann Katharina somit Alleineigentümerin durch Erbfolge.

Nachfolgebesitzer wurde 1952 ihr Bruder, der „Spätheimkehrer“ Xaver Schöfmann, verheiratet mit Martha Hörmannsdorfer (beim Gustl).

Anmerkung: Der Xaver wurde erst spät aus der Gefangenschaft entlassen, hatte aber dadurch die Möglichkeit, sehr bald eine geförderte und gute Anstellung bei der BMW AG anzutreten. Die Landwirtschaft nebst Hofstelle wurde noch zu dieser Zeit an die Schwester rückübertragen.


Die junge Dagmar Schöfmann auf der BMW von „Spätheimkehrer“ Onkel Xaver
Die junge Dagmar Schöfmann auf der BMW von „Spätheimkehrer“ Onkel Xaver
Opa Xaver, Oma Katharina, die Mutter Katharina, neben Opa links mit Hund Xaver der
Spätheimkehrer, in der Mitte Nikolaus und rechts der jüngste Hans. Sie hatten vier Kinder.
Opa Xaver, Oma Katharina, die Mutter Katharina, neben Opa links mit Hund Xaver der Spätheimkehrer, in der Mitte Nikolaus und rechts der jüngste Hans. Sie hatten vier Kinder.

Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster, wurde das Anwesen 1956 an Coufal Katharina, geborene Schöfmann, Tochter, gestorben 1971, durch Überlassung übergeben.

Im Jahre 1959 wurden gemeinsame Eigentümer der Coufal Stephan (1914 bis 1986) und Katharina durch Ehe und Gütergemeinschaft.


Schöfmann-Anwesen, ehemals Eching Haus Nr. 8, Abbruch 1987
Schöfmann-Anwesen, ehemals Eching Haus Nr. 8, Abbruch 1987

Anmerkung:

Der Stephan Coufal stammt aus Brünn, verbrachte auch einige Jahre in britischer Gefangenschaft auf Kreta und landete nach seiner Entlassung im Fliegerhorst Erding. Nebenbei verdiente er noch Geld als Taxifahrer und lernte auf diese Weise die Katharina Schöfmann kennen.

Besitznachfolgerin wurde dann 1986 die Dagmar Schöfmann, Tochter von Katharina. Dagmar verkauft die Hofstelle und 1987 erfolgte der Abbruch der alten Stallungen. Diese wurden anschließend durch umfangreiche Neubauten ersetzt.

Hier endet die Haus- und Hofgeschichte.



 
 
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