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Beim Kostpeter

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Davor: beim Unterbachl, auch Bachl

Heute: Familie Westermeier, Moosinning, Dorfstraße 11 und 13

Früher: Moosinning, Haus Nr. 42, davor Haus Nr. 32


„beim Kostpeter“, links bestehender Neubau, Aufnahme aus dem Jahre 1976
„beim Kostpeter“, links bestehender Neubau, Aufnahme aus dem Jahre 1976

Erklärung:

Der Hausname „Kostpeter“ stammt aus dem Hause „Kost“ ab, siehe auch Haus- und Hofgeschichte „beim Oberkost“. „Peter“ wurde zur Unterscheidung zu den anderen Nachkommen hinzugefügt. „Bachl“ ist personenbezogen (siehe 1768), später wurde dann daraus der „Unterbachl“. Der „Oberbachl“ war im oberen Dorf, heute Neuchinger Straße 37 (Familie Obermaier), siehe auch „beim Bommer Martl“.


Laut Familienbuch des Archivs des Erzbischöflichen Ordinariats München war der erste eingetragene Eigentümer der Hofstelle ein Schmid Kaspar, Bachlhausl genannt, der im Jahre 1755 mit 48 Jahren verstorben ist.

Als nächstes ist eingetragen 1753 die Verehelichung mit Maria Schuster, ebenfalls 1755 mit 45 Jahren verstorben. Nach dem Tode seiner Frau heiratete der Kaspar in zweiter Ehe wohl kurz vor seinem Tode 1755 die Maria Schmid.

Im Jahre 1768 heiratet ein Sanftl Wolfgang, 1782 mit 50 Jahren verstorben in den Hof ein. Die Braut war die Maria Bachl, vermutlich die Besitznachfolgerin. Nach ihrem Tode heiratete der Wolfgang in zweiter Ehe die Ursula Sixtus. Nachdem Wolfgang Sanftl gestorben war, ehelichte der Gramüller Matthias 1785 die Witwe Ursula Sanftl, verstorben 1809 mit 61 Jahren. Gramüller selber war 1754 geboren und verstarb 1824.


Laut Staatsarchiv München, Rustikalkataster verheiratete sich 1810 der Besitznachfolger Peter Sanftl mit der Anna Hacker „beim Schusterpauli“, geboren 1775, verstorben 1829. Peter Sanftl heiratete dann im selben Jahr in zweiter Ehe die Ursula Sedlmaier (1785 bis 1843) und verstarb im Jahre 1849.

Neuer Eigentümer wurde, leider nicht exakt datierbar, der Franzbeck Andreas (wurde später Baierl in Moosinning - Beierl oder Bäuerl, jetzt Dorfstr. 28, früher im Eigentum der Familie Scharnagl) durch Heirat der Besitznachfolgerin Anna Sanftl, geboren 1816. Beide Eheleute

verstarben 1854.

Ein Jahr später 1855 wurde der Jakob Humplmair, geboren 1825 zum Miteigentümer der 30,74 Tagwerk durch Einheirat bei der Ursula Franzbeck.

Anmerkung:

Jakob Humplmair und seine Ehefrau Ursula wurden dann Weiler in Moosinning, Dorfstr. 1, siehe auch Hofgeschichte „beim Weiler“ und laut Staatsarchiv München, Umschreibkataster wurden 29 Tagwerk beim Tausch des Anwesens Haus Nr. 28 (heute Dorfstr. 1, also Weiler) transferiert und 16 Tagwerk von Haus Nr. 28 nach Haus Nr. 32 hierher transferiert.


Im Jahre 1863 wurden der Germair Matthias, Privatier aus München und ein Josef Weil Eigentümer im Tausch gegen Anwesen Haus Nr. 77 und 78 = 1,57 Tagwerk Grund und Boden, wobei 10 Tagwerk zurückbehalten und 16 Tagwerk von Haus Nr. 28 hierher transferiert wurden (Rest: 7,93 Tagwerk).

Anmerkung:

Bei den Anwesen Haus Nr. 77 und 78 dürfte es sich um Objekte außerhalb der Gemeinde Moosinning gehandelt haben.


Im selben Jahr 1863 kaufte Scharl Anton das Anwesen von Weil und Germair für 2.000 Gulden und ein Jahr darauf übernahm seine Base Maria Scharl den Hof und noch im gleichen Jahr wurde Hauber Josef durch Heirat Miteigentümer. Schließlich erwarb der Bader F.X. Schillinger 1872 das Anwesen für 1.600 Gulden.


Kostpeter-Anwesen (Mayer), Moosinning, Dorfstraße 11
Abbruch 2003, jedoch seit 1974 unbewohnt, Aufnahme ca. 1928
Kostpeter-Anwesen (Mayer), Moosinning, Dorfstraße 11 - Abbruch 2003, jedoch seit 1974 unbewohnt, Aufnahme ca. 1928

Anmerkung:

Die Moosinninger Bader bewohnten über ein Jahrhundert das Haus an der heutigen Neuchinger Str. 44, siehe auch „beim Emmerl“.


Im Jahre 1895 erfolgte die Übergabe an die Scharl Ursula, vermutlich die Tochter von Maria Scharl.


Laut Staatsarchiv München, Grundsteuerkataster, kauften 1922 Mayer Peter aus Wimpasing/Ottenhofen kommend (1882 bis 1958) und Magdalena, geborene Hahn (1885 bis 1977), das Anwesen um 18.000 Mark.


„Beim Kostpeter“, abgerissen 2003
„Beim Kostpeter“, abgerissen 2003

Anmerkung:

Die Magdalena kam aus dem Deinheigl-Hof im Schnabelmoos, siehe auch „beim Deinheigl“.

Im Jahre 1963 wurden die neuen Eigentümer Sohn Johann Mayer (1929 bis 2020) und Magdalena, geborene Ismair (1935 bis 2008) durch Übergabe, Eheschließung und Ehevertrag.


Im Jahre 2003 erfolgte die Übergabe der Flur Nr. 87 (alte Hofstelle) an die Tochter Marlene Westermeier, geborene Mayer.

2008 nach dem Tod der Magdalena Mayer (geborene Ismair) ging die Flurnummer 87/4 je zur Hälfte an Ehemann Johann und Sohn Peter Mayer. Nach dem Tod von Johann Mayer 2020 ging das Grundstück Flur Nr. 87/4 an Marlene Westermeier.

2003 wurden die Gebäude auf der alten Hofstelle abgerissen und neu gebaut.


Neubau, Aufnahme vom Sommer 2026
Neubau, Aufnahme vom Sommer 2026



 
 
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