Die Alte Gendarmerie
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Aktualisiert: vor 2 Tagen
Heute: Feuerwehrhaus Moosinning, Neuchinger Straße 30
Früher: Moosinning, Neuchinger Straße 28

Das erste nachweisbare Feuerwehrgerätehaus in Moosinning, 1859 erbaut, stand auf Flurnummer 477 ½ in unmittelbarer Nähe des jetzigen Standortes.
Ein Neubau erfolgte 1888. Nach Bayerl, Sachbeiträge zur Geschichte der Gemeinde Moosinning: „Dieses gemeinsame Vorhaben genehmigte die Ortsgemeinde sowie die Gemeindeverwaltung Moosinning.
Zu dieser Gemeindeversammlung waren im Jahre 1888 von 107 Stimmberechtigten 69 mit einem Stimmenanteil von 243 erschienen. Für das Projekt sprach sich die Versammlung mit 156 zu 87 Stimmen aus. Die Nein-Stimmen kamen überwiegend aus Kempfing und Stammham, wohl deshalb, da Kempfing zu der Zeit eine eigene Feuerwehr – gemeinsam mit Stammham – plante. Das Moosinninger Moos (damals Eichenried) hatte 1888 nur 9 Gemeindebürger, von denen zur Versammlung 2 erschienen und je einer mit „ja“ und einer mit „nein“ stimmten. Ludwig Zenger mit seinen 36 Stimmen votierte mit „ja“.
Der ursprüngliche Plan „zur Wiederaufbauung des abgebrannten Hütterhauses und Vergrößerung des Feuerwehrhauses“ sah ein Gebäude vor mit im Erdgeschoß Küche, drei Zimmer und den Kuhstall, eine 3m breite und 7,5m lange Tenne und ein gewölbtes Feuerwehrhaus mit den Ausmaßen 3,50 m x 8 m, im Obergeschoß ebenfalls eine Küche mit vier Zimmern.

Dieses Gerätehaus diente 98 Jahre lang der Unterbringung der allernotwendigsten Gerätschaften, es gab auch keinen Platz zum Umziehen.
Die damaligen Feuerwehrler hatten alle ihre Kleidung einschließlich Stiefel, Helm und Handschuhe zu Hause gelagert und mussten in „voller Montur“ an der Feuerwehrgarage ihren Einsatz antreten.
Der Autor dieser Geschichte kann sich noch sehr gut an Einsätze in seiner Kindheit erinnern, in der Feuerwehrleute wie Knauer und auch Mayer mit Helm und in Stiefeln an seinem Elternhaus vorbei in Richtung Gerätehaus gelaufen sind.
Anmerkung:
Laut Bayerl stand um die Jahrhundertwende in Kempfing für die 1899 gegründete Freiwillige Feuerwehr Kempfing-Stammham ein Feuerwehrhaus auf der Ödung in der Ortsmitte auf Plan Nr. 2570. Es reichte, wie das alte Eichenrieder Gerätehaus, nur zur Unterbringung einer Spritze, der Schläuche, der Leiter und sonstiger Kleingeräte. Mit der Auflösung der Feuerwehr im Jahre 1964 verfiel es dem Abbruch.
Im dritten Reich kam hinzu, dass im Gerätehaus auch die gemeindliche Gendarmerie nebst einer Arrestzelle untergebracht war, siehe auch die Leidensgeschichte von „Arthur W. Manosh“.
Nach 1945 wurden in den ländlichen Gemeinden, unterstützt von den Amerikanischen Besatzern, die sogenannten Polizeistationen eingerichtet, so auch in Moosinning.
Eine erste größere Organisationsreform fand zwischen 1957 und 1962 statt. Zahlreiche kleine Stationen wurden aufgelöst und dafür "Großraumstationen" in zentral gelegenen Orten eingerichtet. In vielen Landkreisen gab es jetzt nur mehr eine Landpolizeidienststelle (Inspektion). Dieser radikalen Straffung auf der untersten Ebene folgte 1968 ein zweiter Reformschritt an der Spitze der Landpolizei.
Nach der Auflösung der Moosinninger Polizeistation wurde das Gendarmerie- und Gerätehaus als Wohnraum für bedürftige und finanziell wenig begüterte Familien aus dem Ortsgebiet sozialverträglich vermietet.
Dem Autor sind bekannt die Familien Soller (der Malerschorsch), siehe auch „beim Mayerthaler“, sowie die Familie Baumschlager.
In den Jahren ab 1982 entschloss sich die politische Gemeinde auf Grund der Anforderungen an ein modernes Feuerlöschwesen den Auftrag für die Errichtung eines neuen Gerätehauses in Auftrag zu geben. Der gewählte Standort sollte nach mehreren Alternativen auf der westlichen Seite des alten Gebäudes auf Flur Nummer 477 ½ und der dort bestehenden Wiese mit annähernd 1.400 qm sein. Da wurde es dann auch errichtet und am 14.09.1986 erhielt das neue Gerätehaus die Kirchliche Weihe durch Pfarrer Alois Graipel.

Im Jahre 2025 feierte die Freiwillige Feuerwehr Moosinning ihr 150. Gründungsfest zusammen mit der FFW Eichenried, die im selben Jahr 100 Jahre alt wurde, ein gemeinsames Gründungsfest am westlichen Ortsrand von Moosinning.

Seit dem Jahre 2015 versucht die Gemeinde Moosinning ein neues geeignetes Grundstück für ein neues Feuerwehrgerätehaus zu finden, da das jetzige Areal für die immensen Anforderungen einer wachsenden Ortschaft zu klein für einen Erweiterungsbau ist.
Mit Beschluss 384 vom 16.11.2021 (Genehmigung der Kaufurkunde durch den Gemeinderat) hat die Gemeinde Moosinning an der westlichen Seite der Neuchinger Straße am südlichen Ortsausgang ein genügend großes Grundstück erworben und wird dort in absehbarer Zeit (Stand 2026) am „Rudi-Bayerl-Ring“ ein neues Feuerwehrgerätehaus errichten.



